Mittelmeerkrankheiten
bei Hunden
Die nachfolgend
aufgeführten Krankheiten haben ihr Verbreitungsgebiet überwiegend
in den tropischen und subtropischen Gebieten dieser Erde, Mitteleuropa
und den mediterranen Ländern.
Unsere Tiere sind auf diese Erkrankungen gestestet. Bei Bedarf wird
die entsprechende Behandlung unverzüglich eingeleitet. Diese
Krankheiten sind ernst zu nehmen, doch lassen Sie sich nicht allzu
sehr erschrecken, denn die Erfahrung zeigt, dass die Heilungserfolge
sehr gut sind.
Haben Sie weitergehende Fragen hierzu, so wenden Sie sich bitte
direkt an Mareike Heiser, Tel.: 0 51 76 / 97 65 33 oder per Mail.
Ehrlichiose
Wird übertragen von der braunen Hundezecke. Verursacht durch
Kleinstorganismen (Rickettsien), die sich in den weissen Blutzellen
des Tieres festsetzen und von diesen in die Lymphknoten, die Leber
und die Milz, später auch in andere Organe transportiert werden.
1 bis 3 Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Ausbruch mit Fieberschüben
bis 41 Grad, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen und Krampfanfällen.
Später können sich Knochenmarkschäden und chronische
Blutarmut einstellen.
Symptome: Eitriger Nasen- und Augenausfluss, Krampfanfälle,
Atemprobleme, Lähmungen der Hinterhand, Lethargie, Futterverweigerung,
hohes Fieber, Blutarmut, Gewichtsverlust, Blutungen der Schleimhäute,
Schwellungen im Bauchbereich, Veränderunge des weissen und
roten Blutbildes
Therapie: Tetrazykline, Doxyzyklin oder Imidocarb (Imizol), Anabolika
zur Stimulierung des Knochenmarks, Vitamin B, Aufbaupräparate
Gute Heilungschancen bei schneller Behandlung. Ungünstig bei
weit fortgeschrittener Krankheit.
Babesiose
Wird durch Zecken übertragen. Es sind Einzeller, die sich in
den roten Blutkörperchen des Tieres vermehren und sie zerstören.
Dadurch werden u. a. Blutarmut und Gelbsucht ausgelöst. Der
Zellzerstörung folgen heftige Immunreaktionen. Zwischen Infektion
und Ausbruch der Erkrankung liegen 10 Tage bis 3 Wochen.
Symptome: Schlechtes Allgemeinbefinden, hohes Fieber bis 42 Grad,
Mattigkeit, Schwäche, Apathie, blasse bis gelbliche Schleimhäute,
Milzvergrösserung, Blutarmut, Nierenversagen, Bewegungsstörungen,
Krampfanfälle, Lähmungen
Therpie: Imidocarb (Imizol = Dipropionat)
Gut heilbar mit den oben genannten Medikamenten. Tödlicher
Verlauf ohne jegliche Behandlung.
Leishmaniose
Ist eine geschwürige Haut- und Organkrankheit mit hoher Todesrate,
wenn es zu spät erkannt wird. Wird übertragen durch die
blutsaugende Schmetterlingsmücke (stechende Sandmücke,
die Süsswasser zum Überleben braucht). Die übertragenen
Einzeller vermehren sich gerne in den weissen Blutkörperchen
und schwächen dadurch das Immunsystem. Zwischen Ansteckung
und Ausbruch der Erkrankung können Monate, manchmal sogar Jahre,
vergehen.
Symptome: Gewichtsverlust trotz Appetits, verstärktes Harnvolumen,
vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, Nervenschmerzen, Gelenkentzündungen,
Haarausfall, Pigmentstörungen, Lymphknotenschwellungen, Anämie
Therapie: Glucantime in Kombination mit Allopurinol, unterstützend
Echinacea zur Erhöhung und Stärkung des Immunsystems
Bei Hunden unter 5 Jahren Spontanheilungen möglich, gute Heilungeschancen
bei noch fehlenden Symptomen, ansonsten geringe völlige Heilungschancen,
aber bei Behandlung lange Lebenserwartung
Dirofilariose
(Herzwurm)
Parasit, der sich in der rechten Herzkammer, in der grossen Lungenarterie
und der grossen Hohlvene ansiedelt. Übertragung erfolgt durch
Stechmücken. Die Inkubationszeit kann Wochen oder Monate betragen.
Ein Nachweis kann frühestens 6 Monate nach erfolgter Infektion
vorgenommen werden.
Symptome: Gewichtsverlust, Konditionsverlust, Husten, Herz-, Leber-
und Niereninsuffizienz, Lungenentzündung, Blutarmut
Therapie: Immiticide, Ivomec
Mit Behandlung gute Heilungschancen je nach Schweregrad der Erkrankung,
ohne Behandlung tödlicher Verlauf nach 3 bis 5 Jahren