Hoffnung für Streuner e.V.

Der besondere Tierschutz

 















 

 

 

Mein Pflegehund !!!

Mein Pflegehund stank zum Himmel. Ich wusste nicht, welche Rassen wohl in ihm stecken mochten. Seine Augen waren hell und hart. Er wollte sich von mir nicht anfassen lassen und knurrte, wenn ich die Arme nach ihm ausstreckte. Seine Haut war übersät von vielen alten Narben und und neueren, verkrusteten Wunden. Seine Krallen waren lang und seine Zähne überzogen von Zahnstein. Er zeigte sie mir, sobald er mich sah. Für diese Erfahrung fuhr ich zwei Stunden lang.

Ich musste sehr vorsichtig vorgehen, um ihn in die Transportkisten zu bekommen. Dann verschloss ich sie und lud sie ins Auto. Ich fuhr nach Hause mit meinem neuen Pflegehund. Dort angekommen liess ich ihn in der Kiste bis die anderen Hunde alle im Hof waren. Dann liess ich ihn heraus und fragte ihn, ob er hinaus wolle. Als ich ihn zu der Tür führte, die nach draussen ging, stemmte er seine Beine gegen die Wand und zeigte mir seine Zahnstein-Zähne. Er war ganz schnell wieder in seiner Kiste verschwunden. Sie verhiess ihm als einziger Ort Sicherheit.

Ich bot ihm Fressen an, doch er wollte nicht fressen, so lange ich ihn ansah. Also verliess ich den Raum. Als ich zurück kam, war das Fressen weg. Nun brachte ich ihn wirklich kurz nach draussen. Als wir wieder hinein gingen, strich ich ihm kurz über den Rücken. Er sprang entsetzt zur Seite, zeigte mir seine Zahnstein-Zähne und flüchtete in die Kiste.

Am nächsten Tag entschied ich, dass ich den Gestank nicht mehr länger aushalten konnte. Ich führte meinen Pflegehund ins Bad, in der Hand ein wenig Käse. Seine Furcht vor mir war nicht so gross wie sein Verlangen nach dem Käse. Aber er hätte mich fürchten sollen, denn ich wollte ihm ein Bad verpassen. Nach einigen Versuchen stand er schliesslich in der Wanne. Ich habe schon mehr Jahre vierbeinige Wasserverweigerer gebadet als er alt war. Und seine einzige Gegenwehr bestand darin, mir seine Zahnstein-Zähne zu zeigen.

Als ich ihn wusch, war es, als würde ich nicht nur den Schmutz und den Gestank weg waschen, sondern auch einiges von seiner Härte. Seine Augen blickten jetzt traurig. Er sah so erbarmungwürdig aus wie nur ein mit Seife bedeckter Hund aussehen kann. Ich redete ihm zu, dass er sich nach dem Bad viel besser fühlen würde. Nachdem wir fertig waren, rubbelte ich ihn so richtig schön ab.

Ich führte ihn nach draussen - und er rannte voller Freude umher. Es war die Freude nicht mehr in der Wanne stehen zu müssen und sauber zu sein. Und ich, der widerliche "Bader" durfte seine Freude teilen. Er kam zu mir und liess sich streicheln

Eine Woche später begann seine Haut zu heilen, und ich ahnte, wie schön sein Fell sein würde, wenn es wieder voll nachgewachsen war. Ich fand heraus, dass er fürchterliche Angst vor anderen Hunden hatte. Also versuchte ich, ihn mit meinen vier sanftmütigsten Hunden zusammen zu bringen. Das lief zunächst gar nicht gut.

Zwei Wochen später war eine Infektion ausgeheilt, die er sich eingefangen hatte. Er spielte mit meinen Hunden. Drei Wochen später glänzte sein Fell, er hatte an Gewicht zugelegt. Und er zeigte weisse Zähne, wenn er mit lang heraus hängender Zunge hechelte, nachdem er mit der ganzen Truppe wie wild getobt hatte.

Seine Augen blickten sanft und waren voller Leben. Er liebte es, seine Tricks zu zeigen, wenn es dafür Käse gab. Und dann riefen Menschen an, die ihn adoptieren wollten. Sie hatten das Foto gesehen, das ich während der ersten Woche von ihm gemacht hatte. Sie fragten nach seinem Wesen, seiner Geschichte, seiner Rasse. Sie fragten, ob er lieb sei. Ich stellte ihnen auch ganz viele Fragen. Ich checkte die Familie. Ich betete. Ich sagte "ja".

Als sie ihn das erstem Mal sahen, sagten sie, er sei der schönste und wundervollste Hund, den sie je gesehen haben. Sechs Monate später sagten sie mir, er sei der tollste, liebenswerteste und best erzogenste Hund

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